SPORT-NEWS
Die Vienna hat in der letzten Runde der Ersten Liga den Klassenerhalt geschafft, der FC Lustenau muss zittern. Der älteste Fußball-Verein Österreichs erkämpfte sich am Freitag bei Blau-Weiß Linz nach einem 0:2-Pausenrückstand ein 2:2 und rettete sich damit auf Rang acht. Der FC Lustenau musste sich dagegen zu Hause gegen Schlusslicht Hartberg mit 0:3 geschlagen geben.
Damit beendeten die Vienna und die Vorarlberger die Meisterschaft punktegleich, die Wiener hatten allerdings die um drei Tore bessere Tordifferenz. Damit droht dem FC Lustenau am 5. und 8. Juni ein Relegationsduell mit dem GAK, dem Meister der Regionalliga Mitte. Es sei denn, der LASK erhält auch in dritter Instanz (Ständiges Neutrales Schiedsgericht) keine Lizenz. Dann wären auch die Vorarlberger gerettet und der GAK bekäme es in der Relegation mit Hartberg zu tun.
Der WAC/St. Andrä besiegte im Spitzenspiel den LASK mit 1:0, ehe 5.000 Fans in der ausverkauften Lavanttal Arena den Meistertitel feierten. Altach siegte in Grödig mit 2:1 und verdrängte damit noch den LASK von Rang zwei. St. Pölten besiegte Austria Lustenau mit 3:1.
Die Admira hat am Donnerstag in der 36. und letzten Fußball-Bundesliga-Runde das Rennen um den letzten Europacup-Startplatz gemacht. Der Sensations-Aufsteiger aus Niederösterreich beendete die Saison trotz einer 0:2-Auswärtsniederlage gegen Meister Salzburg auf Platz drei. Die Admira profitierte von der 1:3-Schlappe der Austria in Graz gegen Sturm.
Damit beendete die Austria die Meisterschaft einen Punkt hinter der Admira nur auf Rang vier. Die Ära von Trainer Ivica Vastic in Wien-Favoriten dürfte damit aufgrund des verpassten Europacups wohl beendet sein. In den restlichen drei bedeutungslosen Partien besiegte Rapid die Innsbrucker 2:0, Mattersburg schlug Absteiger Kapfenberg 2:0 und Ried und Wr. Neustadt trennten sich 2:2. Die Torjägerkrone teilen sich die Salzburger Jakob Jantscher und Stefan Maierhofer mit jeweils 14 Toren. Jantscher musste verletzt passen, Maierhofer spielte beim 2:0 uneigennützig für Cristiano auf, obwohl er selber einschießen hätte können.
Die Fans der Niederösterreicher erlebten dabei vor allem in der Schlussphase ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem man zur Halbzeit (0:0) von der Austria, die 1:0 in Graz führte, überholt wurde, war man auch nach dem 1:0 durch Cristiano (77.) für rund zehn Minuten aus dem Europacup-Rennen - schließlich hatte die Austria in Graz beim Stand von 1:1 dank des zu diesem Zeitpunkt besseren Torverhältnisses die Nase vorne. Doch die Führung für Sturm in der 86. Minute ließ die Verlierer des Nachmittags noch zu Siegern werden - das 2:0 neuerlich durch Cristiano war schließlich ohne Bedeutung.
Anlässlich der Meisterfeier, die die Hausherren schon in der Vorrunde perfektgemacht hatten, kamen 17.800 in die Red-Bull-Arena und sorgten so für einen Saisonrekord in der Bundesliga.
Die Austria hat die Teilnahme am Europacup damit erstmals seit zehn Jahren verpasst. Für Ivica Vastic ist sein Engagement als Austria-Trainer nach einem halben Jahr wohl zu Ende. Roland Linz erzielte für die Favoritner zunächst die verdiente Führung (22.). Mit der Einwechslung von Darko Bodul kippte die Partie vor über 14.200 Zuschauern aber zugunsten der Grazer, die die Austria für ihre Passivität bestraften. Bodul drehte das Spiel mit seinen Saisontoren 11 und 12 in der 67. und 86. Minute. Dem ebenfalls eingewechselten Martin Ehrenreich gelang dann in der Nachspielzeit die Entscheidung.
Hertha BSC legt beim deutschen Fußball-Bund Einspruch gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf ein. Dies gab der Berliner Club am Mittwoch bekannt. "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich", begründete Manager Michael Preetz diesen Schritt, "mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun."
Es gehe darum, dass die "irregulär zustande gekommene Spielwertung" aufgehoben werde. Über den Einspruch und damit auch den Aufstieg der Düsseldorfer entscheidet nun das DFB-Sportgericht. Bis Freitag, 24.00 Uhr, muss dafür eine schriftliche Begründung beim Verband eingehen. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen aufgenommen.
Fortuna reagierte auf den Schritt von Hertha dergestalt, dass die geplante Aufstiegsfeier am Samstag abgesagt wurde. "Wir werden uns dazu offiziell am Donnerstag äußern", erklärte Fortuna-Sprecher Tom Koster am Mittwoch. Die Rheinländer hatten eine große Party in der Esprit-Arena vorgesehen.
Die Partie war am Dienstag unter skandalösen Umständen zu Ende gegangen. Weil Fortuna-Anhänger schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten, musste Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für rund 20 Minuten unterbrechen. Zu absolvieren waren zu diesem Zeitpunkt noch 90 Sekunden der offiziell siebenminütigen Nachspielzeit. Sportlich hatte Düsseldorf mit dem 2:2 die Rückkehr in die Bundesliga geschafft.
Die Mannschaft von Hertha kehrte anschließend nur auf Bitten der Polizei aufs Spielfeld zurück. "Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation - man hat von einem Blutbad gesprochen - zu verhindern", sagte Club-Anwalt Christoph Schickhardt am Mittwoch.
Der Sportrechtler Siegfried Fröhlich hält es für einen Fehler, dass die Hertha-Spieler auf den Platz zurückgekehrt sind. "Sie haben das Spiel noch zu Ende gespielt. Ein Protest hat daher wenig Aussicht auf Erfolg", sagte der Jurist im Gespräch mit der Nachrichtenseite n-tv.de.
Fortuna Düsseldorf kehrt nach 15 Jahren in die deutsche Fußball-Bundesliga zurück. Die Düsseldorfer retteten am Dienstag in einem verrückten Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC Berlin ein 2:2 (1:1). Das Hinspiel in Berlin hatte die Fortuna mit 2:1 für sich entschieden. ÖFB-Teamtorhüter Robert Almer fehlte Düsseldorf verletzungsbedingt. Bei der Hertha saß U21-Stürmer Marco Djuricin auf der Bank.
Feiernde Düsseldorfer Fans stürmten bereits 90 Sekunden vor Ende der siebenminütigen Nachspielzeit den Rasen, die Spieler beider Teams flüchteten in die Kabinen. Erst nach mehr als 20 Minuten Unterbrechung wurde die Partie fortgesetzt. Schon nach dem 2:1 durch Ranisav Jovanovic war das Spiel mehrere Minuten unterbrochen, weil enttäuschte Hertha-Fans zahlreiche Feuerwerkskörper auf das Feld geworfen hatten (59.).
Die Fortuna sah nach zweimaliger Führung dank Toren von Maximilian Beister (1.) und Jovanovic bereits wie der sichere Aufsteiger aus, musste nach dem 2:2 durch den Brasilianer Rafael (85.) aber selbst in numerischer Überlegenheit noch einmal zittern. Herthas Änis Ben Hatira, der zuvor den Ausgleich erzielt hatte (22.), war mit Gelb-Rot ausgeschlossen worden (54.). Nach mehr als zweieinhalb Stunden Bruttozeit hatte das Chaos schließlich ein Ende.
Düsseldorf war zuletzt 1997 in der höchsten Spielklasse vertreten. In einer 15-jährigen Durststrecke spielte der Traditionsclub zwischenzeitlich sogar in der vierten Liga (2002-2004). Die Hertha dagegen muss nach einem Jahr im Oberhaus wieder absteigen. Auch Trainerlegende Otto Rehhagel vermochte das nicht zu verhindern. 2010/11 hatten die Berliner als Meister der zweiten Bundesliga aber den sofortigen Wiederaufstieg geschafft.
Das österreichische Fußball-Nationalteam muss in den beiden freundschaftlichen Länderspielen am 1. Juni gegen die Ukraine und am 5. Juni gegen Rumänien auf einige Stammkräfte verzichten. Die Deutschland-Legionäre Christian Fuchs (Adduktoren- und Knieprobleme), Emanuel Pogatetz (Knieprobleme) und Martin Harnik (Unterschenkelverletzung) sagten Teamchef Marcel Koller ab.
Aufgrund der Blessur von Almer hat Koller am Dienstag in Wien mit Christian Gratzei, Heinz Lindner und Debütant Lukas Königshofer gleich drei weitere Tormänner in sein 25-Mann-Aufgebot berufen. "Königshofer hat bei Rapid sehr gute Spiele gezeigt. Er ist ein junger Tormann mit guten Anlagen", sagte Koller über den 23-jährigen Rapid-Schlussmann.
Die größte Überraschung in Kollers drittem Kader heißt Marcel Sabitzer. Nach Rücksprache mit Dietmar Kühbauer hat Koller entschieden, den 18-jährigen Admira-Stürmer erstmals einzuberufen. Sabitzer ist eine Alternative für die rechte Seite, dürfe sich aber natürlich nicht gleich als Stammspieler fühlen. Er müsse damit rechnen, in Zukunft auch wieder für die U19 oder die U21 Österreichs zu spielen.
Erstmals in der Ära Koller wird Stefan Maierhofer das Teamcamp beziehen. "Er hat in den letzten Spielen gezeigt, dass er ein Winnertyp ist. Mit seinen Toren und seiner Aggressivität ist er einer, der vorne weggeht", so Koller über den 2,02 Meter großen Sturm-Riesen von Meister Salzburg.
Viel Kredit verloren hat bei Koller wohl Franz Schiemer. "Schiemer hat mir im Dezember in einem Gespräch mitgeteilt, dass er am 1. Juni heiratet. Ich habe mich darüber ein bisschen gewundert, weil zu diesem Zeitpunkt die Teamcamp- und Länderspiel-Termine bereits festgestanden sind", berichtete Koller.
"Schiemer hat sich entschieden, die Hochzeit stattfinden zu lassen und nicht beim Lehrgang dabei zu sein." Dass Schiemer nun bei ihm unten durch ist, wollte Koller allerdings keinesfalls bestätigen: "Das bedeutet nicht das Ende seiner Teamkarriere."
Aufgrund des Ausfalls von Pogatetz wird Koller Paul Scharner in der Innenverteidigung testen. Ein Plan, den der Headcoach mit Scharner bereits telefonisch abgesprochen hat. Sebastian Prödl kehrt nach seiner Verletzungspause (Kiefer- und Nasenbeinbruch) zurück, erstmals kennenlernen will Koller Linksfuß Andreas Ulmer.
Der entthronte Fußball-Meister Sturm Graz hat am Montag Peter Hyballa als Nachfolger des vor einem Monat beurlaubten, langjährigen Erfolgstrainers Franco Foda präsentiert. Der 36-jährige Hyballa betreute zuletzt die Red Bull Juniors in der Regionalliga. Zuvor war er für den deutschen Zweitligisten Alemannia Aachen verantwortlich.
Außerdem hatte er als Nachwuchstrainer für den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund gearbeitet und war auch in Namibia schon tätig. Hyballa, der am 5. Juni Interimstrainer Thomas Kristl ablöst, erhielt einen Zweijahresvertrag und soll die in der kommenden Saison nicht im Europacup spielberechtigten Grazer wieder in die Erfolgsspur führen.
"Das Ziel, oben mitzuspielen, hat jeder. Ich möchte mit Sturm vor allem leidenschaftlichen Fußball zeigen und mit einem attraktiven und offensiven Spielstil die Fans zum Brennen bringen", wurde der neue Trainer in einer Sturm-Aussendung zitiert.
Die Clubführung ist von den Qualitäten des neuen Trainers überzeugt. "Peter Hyballa ist seit 17 Jahren im Fußballgeschäft tätig und hat mehrmals bewiesen, welch großes Potenzial in ihm steckt. Auch das hat bei der Entscheidung für ihn gesprochen", erklärte Christopher Houben, der wirtschaftliche Geschäftsführer der Grazer.
Der für die sportlichen Belange zuständige Geschäftsführer Paul Gludovatz erwartet sich viel frischen Wind. "Er ist ein Mann, der sowohl großes fußballerisches Fachwissen, als auch die nötigen menschlichen Qualitäten für den Posten mitbringt. Er ist ein Fußballverrückter, im absolut positiven Sinne des Wortes. Er brennt auf seine neue Aufgabe. Wir sind davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben und hoffen, dass seine Begeisterung schnell auf die Mannschaft abfärbt", betonte Gludovatz.
In einer Aussendung seines Noch-Arbeitgebers Red Bull Salzburg betonte Hyballa, er "gehe sicher mit einem weinenden und einem lachenden Auge aus Salzburg weg". Er sei dankbar, dass ihm die Verantwortlichen trotz eines aufrechten Vertrages "die Möglichkeit nicht verwehrt haben, einen Top-Club in Österreich trainieren zu können".
Die englische Fußball-Meisterschaft ist am Sonntag auf dramatische Weise zugunsten von Manchester City entschieden worden. Die "Citizens" siegten vor eigenem Publikum gegen die Queens Park Rangers durch zwei Treffer in der Nachspielzeit mit 3:2 und hatten damit dank der um acht Tore besseren Tordifferenz die Nase vor dem entthronten Titelverteidiger Manchester United, der in Sunderland 1:0 gewann.
Die knapp 50.000 Zuschauer im Etihad Stadium erlebten eine Partie wie auf einer Hochschaubahn. Mit dem 1:0 durch Pablo Zabaleta in der 39. Minute schien alles planmäßig zu verlaufen, doch knapp nach Beginn der zweiten Hälfte gab es die erste kalte Dusche für die Hausherren, als Djibril Cisse nach Fehler von Jolean Lescott das 1:1 erzielte.
Da United gleichzeitig 1:0 führte, benötigte City unbedingt den zweiten Treffer - der gelang aber den Gästen, und das nach der Roten Karte für Joey Barton (55./Tätlichkeit) sogar in Unterzahl. Die "Citizens" vergaßen bei einer Flanke auf Jamie Mackie, der unbedrängt einköpfeln durfte (66.).
Es folgte eine verzweifelte Sturm- und Drangphase von ManCity. Die Queens Park Rangers verbarrikadierten sich im eigenen Sechzehner und schienen die Gastgeber damit vor eine unlösbare Aufgabe zu stellen. Als viele Fans schon Tränen in den Augen hatten, kam aber noch die sensationelle Wende. Dzeko erzielte in der 91. per Kopf nach einem Eckball das 2:2 und Aguero traf zwei Minuten später zum umjubelten 3:2 - der Argentinier war vom eingewechselten Balotelli optimal in Szene gesetzt worden.
Bei den United-Fans löste diese Nachricht Entsetzen aus, und auch Coach Alex Ferguson stand der Schock ins Gesicht geschrieben, als er von Citys spätem Siegestor erfuhr. Davor hatten die Anhänger der "Red Devils" in Sunderland schon über die vermeintliche 20. Meisterschaft gejubelt.
So aber ging der Titel zum dritten Mal - zum ersten Mal seit 1968 - an den Stadtrivalen. "Fünf Minuten vor dem Ende hätte ich nicht mehr geglaubt, dass wir noch gewinnen. Aber wir sind verdient Meister geworden", erklärte Trainer Roberto Mancini.
Salzburg hat eine Runde vor Saisonende das Meisterstück abgeliefert. Mit einem 5:1 in Wr. Neustadt sicherte sich die Mannschaft von Trainer Ricardo Moniz am Sonntag den vierten Titel in der Red-Bull-Ära. Bei Rapid hatte offenbar ohnehin niemand mehr mit dem Eintrag auf dem Meisterteller gerechnet, die Hütteldorfer besiegten Kapfenberg aber 2:0 und sicherten Platz zwei ab.
In Wr. Neustadt brachte Stefan Maierhofer (12., 19.) die Mozartstädter mit seinen Saisontoren 13 und 14 auf Kurs. Den nach einer frühen Roten Karte dezimierten Niederösterreichern gelang durch Matthias Lindner (29.) zwar der Anschlusstreffer, Cristiano (49.) und Jonathan Soriano (86., 90.) legten für Salzburg in der zweiten Spielhälfte aber nach. Nach dem Saisonabschluss am Donnerstag gegen die Admira darf Salzburg im Cup-Finale am kommenden Sonntag gegen Ried nun vom Double träumen.
Die Innviertler holten bei der Admira einen Punkt. Das 1:1 in der Südtstadt brachte die Wiener Austria, die gegen Mattersburg einen knappen 1:0-Sieg feierte, bis auf einen Punkt an die Admira heran. Wacker Innsbruck und Sturm Graz trennten sich 1:1.
Rapid fixierte am Sonntag endgültig die Europacup-Teilnahme. Die Hütteldorfer kamen gegen Kapfenberg durch Tore von Grozurek (7.) und Sonnleitner (75.) zu einem 2:0 und sind damit schon vor der letzten Partie nicht mehr vom zweiten Platz zu verdrängen.
Die "Bullen" dürfen unter Ricardo Moniz in der kommenden Saison wieder vom Einzug in die Champions League träumen. Die Qualifikationsspiele der 2. Runde gehen am 17./18. Juli in Szene.
Die Formel 1 spielt verrückt. Der Venezolaner Pastor Maldonado hat am Sonntag sensationell seinen ersten Grand Prix gewonnen. Der Williams-Pilot triumphierte in Spanien vor Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari und Rückkehrer Kimi Räikkönen im Lotus. Alonso schloss in der WM nach Punkten zu Spitzenreiter Sebastian Vettel auf, der im Red Bull nach einer Durchfahrtsstrafe Platz sechs rettete.
Maldonado ist der fünfte verschiedene Sieger im fünften Saisonrennen, das hat es zuletzt 1983 gegeben. Die Pole Position hatte der 27-Jährige am Vorabend durch eine Bestrafung von McLaren-Star Lewis Hamilton geerbt, der sich vom letzten Startplatz bis auf Rang acht vorarbeitete - unmittelbar vor seinem Teamkollegen Jenson Button. In der WM fehlen Hamilton als Drittem acht Punkte auf das Spitzenduo Vettel und Alonso.
Die Sensation spielte sich aber ganz vorne ab, wo Maldonado den wiedererstarkten Alonso in Schach hielt. "Es ist ein wunderbarer Tag. Nicht nur für mich, sondern für das ganze Team", betonte der Venezolaner. Für Williams war es der erste Sieg seit Juan Pablo Montoya im Oktober 2004 in Brasilien. Seit 2008 war das Traditionsteam, an dem der Österreicher Christian "Toto" Wolff beteiligt ist, nicht mehr auf dem Podest. "Wir sind zurück, würde ich sagen", meinte Wolff. "Aber verschreien wir es nicht. Ich würde mich freuen, wenn wir weiterhin mithalten können."
Alonso hatte Maldonado zwar beim Start überholt, der Venezolaner presste sich beim zweiten Boxenstopp aber wieder vorbei. Ein früherer Reifenwechsel hatte sich ausgezahlt. "Es war hart, aber das Auto war von Anfang an konkurrenzfähig", erklärte Maldonado. Alonso war auch mit Platz zwei zufrieden. "In der WM ist das für uns ein wichtiger Schritt nach vorne", sagte der Spanier.
Hinter Räikkönen landete dessen Lotus-Teamkollege Romain Grosjean, mit über einer Minute Rückstand folgten Kamui Kobayashi im Sauber, Vettel und Nico Rosberg im Mercedes. Vettel wurde für das Missachten einer Gelben Flagge bestraft, zu mehr als Platz fünf hätte es aber ohnehin nicht gereicht. "Die vorne waren schneller", gestand Vettel, der mit einer sehenswerten Aufholjagd im Finish zumindest Schadensbegrenzung betrieb. "Das hat Spaß gemacht." Teamkollege Mark Webber blieb als Elfter ohne Punkte. In der Konstrukteurs-WM führt das österreichisch-englische Weltmeisterteam aber noch immer elf Punkte vor McLaren.
David Alaba hat mit dem FC Bayern den Sieg im deutschen Fußball-Pokal verpasst. Die Münchner wurden von Meister Borussia Dortmund regelrecht vorgeführt und verloren 5:2. Shinji Kagawa (3. Minute), Mats Hummels (41./Foulelfmeter) und Robert Lewandowski (45.+1/58./81.) demütigten die Bayern und sorgten für das erste Double in der BVB-Geschichte. Alaba wurde in der 69. Minute ausgetauscht
Das hochklassige Gipfeltreffen des deutschen Fußballs vor mehr als 75.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion begann mit einem Paukenschlag. Nach nicht einmal drei Minuten erlief Jakub Blaszczykowski einen verunglückten Rückpass von Luiz Gustavo und legte den Ball quer auf den mitgelaufenen Kagawa. Der Japaner, der eine herausragende Rolle spielte, traf vor den Augen von Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson zum 1:0.
Erst ein Foul von Roman Weidenfeller, der Mario Gomez von den Beinen holte, brachte die Münchner ins Spiel zurück. Robben verwandelte den Strafstoß sicher. Weidenfeller musste später ausgetauscht werden, er war schon in der 8. Minute mit Gomez zusammengeprallt. Das Ausgleichstor beflügelte in der Folge die Bayern, die Chance zum 2:1 vereitelte aber Hummels, der sich entschlossen in einen Schuss von Philipp Lahm warf (33.).
Mitten in die stärkste Phase des Champions-League-Finalisten hinein platzte die erneute Führung für die Westfalen. Nach Foul von Jerome Boeteng an Blaszczykowski im Strafraum übernahm Hummels die Verantwortung und traf gegen Manuel Neuer zum 2:1. Wenig später war der von seinen Vorderleuten im Stich gelassene Neuer gegen den Treffer von Lewandowski völlig machtlos.
Mit der Einwechslung von Thomas Müller für Luiz Gustavo reagierte Bayern-Coach Jupp Heynckes auf den Pausenrückstand. Doch tonangebend blieben die Westfalen, die ihren Gegner nun geradezu schulmäßig auskonterten. Nach einer Ballstafette über Kagawa und Kevin Großkreutz vollstreckte der freistehende Lewandowski sogar zum 4:1. Erst in Schlussphase rappelten sich die Bayern noch einmal auf und wurden durch Ribérys Einzelleistung zum 2:4 belohnt, doch als Neuer den Ball nicht festhalten konnte, war Lewandowski der Nutznießer und machte seinen Dreierpack perfekt.
Den Münchner droht nun sogar eine titellose Saison. Anstatt sich wie erhofft Selbstbewusstsein für das Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea am kommenden Samstag zu holen, gab es für die Bayern eine der höchsten Niederlagen ihrer Pokal-Historie. Dortmund holte hingegen zum dritten Mal nach 1965 und 1989 den begehrten Pott.
Ein Schiedsspruch hat am Samstag das Qualifying für den Formel-1-Grand-Prix von Spanien entschieden. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton verlor seine Pole Position, weil er seinen McLaren mit zu wenig Sprit an Bord nach Bestzeit nicht zurück an die Box brachte. Stattdessen nimmt das Rennen am Sonntag Sensationsmann Pastor Maldonado im Williams von Startplatz eins aus in Angriff.
Hamiltons gesamtes Quali-Ergebnis wurde von den Sportkommissären des Automobil-Weltverbandes am Abend gestrichen - mehr als vier Stunden nach Ende des Zeittrainings. Der 27-jährige Engländer darf das Rennen zwar vom letzten Startplatz aus in Angriff nehmen, verliert aber die 22. Pole seiner Karriere und damit wohl auch die Chance, die WM-Führung zu übernehmen.
Mit vier Punkten Rückstand ist Hamilton erster Verfolger von Spitzenreiter Sebastian Vettel, der durch die Disqualifikation seines Rivalen auf Startplatz sieben nach vorne rutschte. Die erste Startreihe bekleiden Maldonado und Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari. Dahinter stehen die beiden Geheimfavoriten Romain Grosjean und Kimi Räikkönen im Lotus. Keines der beiden Topteams Red Bull und McLaren ist in den ersten drei Reihen vertreten.
Hamilton, bisher in allen vier Saisonrennen in der ersten Startreihe, distanzierte Maldonado in seiner schnellsten Runde um 0,578 Sekunden. Kurz nach der Zieldurchfahrt stellte der WM-Zweite sein Auto auf Anweisung des Teams aber neben der Strecke ab. Das Regulativ besagt, dass nach der Rückkehr an die Box noch mindestens ein Liter Sprit für eine Probe bereitstehen muss. Nur bei "höherer Gewalt" muss das Auto nicht zurückgebracht werden.
"Wir akzeptieren, dass die Sportkommissäre unserer Interpretation von höherer Gewalt nicht zugestimmt haben", erklärte McLaren in einer Stellungnahme. "Unser Ziel ist es nun, unsere Punkteausbeute zu maximieren." Das Team argumentierte die zu geringe Spritmenge mit menschlichem Versagen. Ein Mitarbeiter habe einfach zu wenig Sprit eingefüllt. "Regel ist Regel", sagte Hamilton mit finsterer Miene. Ironischerweise wurde der Sprit-Paragraf sogar wegen des Briten eingeführt, nachdem es 2010 in Kanada einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte.

Lost & Found Servicecenter
+43 (0)1 93000 22 2 22
"Verloren? Gefunden!" Haben Sie auf Ihrer Bahnreise etwas verloren oder vergessen? Wir sind für Sie da!







